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Bühne frei für die phänomenale Niemeyer-Sphere

Mit der Niemeyer-Sphere in Leipzig ist eines der spektakulärsten Bauwerke der jüngsten Vergangenheit seiner Bestimmung übergeben worden. Eine tragende Rolle bei diesem einzigartigen Projekt wurde der Firma dechant zuteil.

Eine futuristisch anmutende Restaurantkugel, die an der Seite eines Backsteingebäudes zu schweben scheint, ist an sich schon ungewöhnlich. Wenn es sich dabei auch noch um einen der letzten Entwürfe des 2012 verstorbenen Star-Architekten Oscar Niemeyer handelt, dann verleiht dies dem Projekt den Stempel der Einzigartigkeit. Die Rede ist von der Niemeyer-Sphere in Leipzig. Das aufsehenerregende Bauwerk, an dem die Firma dechant maßgeblich mitgewirkt hat, wurde nun unter großem öffentlichen Interesse seiner Bestimmung übergeben. 

Die Niemeyer-Sphere auf dem Gelände der Kirow-Werke in Nahaufnahme

Ministerpräsident Michael Kretschmer brachte es im Rahmen der Einweihungsfeier auf den Punkt. Bei dem Bauwerk auf dem Firmengelände der Leipziger Kirow-Werke sei es gelungen, die einzigartige Architektur des verstorbenen Jahrhundertarchitekten Oscar Niemeyer in Perfektion umzusetzen. Die Niemeyer-Sphere diene fortan den nachfolgenden Generationen als Beleg dafür, mit welchem Mut und welcher Kreativität man in diesen Tagen zu Werke ging. Dem pflichtete auch der ehemalige Spitzenpolitiker und heutige Aufsichtsratsvorsitzende der Kirow-Werke, Herr Klaus von Dohnanyi, via Videoübertragung bei. Das Bauwerk reflektiere seiner Meinung nach die Entwicklung der letzten 30 Jahre seit der Grenzöffnung in sehr treffender Form. 

Niemeyers letzter Entwurf

Vor etwa 100 Gästen zeichnete Ludwig Koehne, Gesellschafter der Kirow Ardelt GmbH, gemeinsam mit dem ausführenden Architekten Harald Kern, ein Bild von den unvergleichlichen Werken Niemeyers. Ersterem ist es zu verdanken, dass ein Stück brasilianischer Architekturkunst überhaupt den Weg ins sächsische Leipzig gefunden hat. Kunstfreund Koehne rang dem damals 102-jährigen Niemeyer erfolgreich einen Entwurf für dieses besondere Bauwerk ab. Der Meister lieferte schließlich die Pläne für eine Kugel, die nun eine Ecke des backsteinernen Kirow-Werksgebäudes aus dem 19. Jahrhundert ziert. Zwölf Meter im Durchmesser, im unteren und oberen Bereich verglast – und auf zwei Etagen ein öffentliches Gastrokonzept mit Café, Restaurant und Bar beherbergend.

Blick vom Sonnendeck auf den Eingang zum oberen Stockwerk der Sphere

Extreme Herausforderung für alle Beteiligten

Das Bindeglied zwischen Planung und Ausführung war Jair Valera, der letzte Mitarbeiter im Architekturbüro von Oscar Niemeyer. Ebenfalls per Video zugeschaltet, berichtete er über die Bedenken der Architekturlegende, ob die Anforderung zur Umsetzung der Sphere nicht zu hoch wären. Jetzt, nach der erfolgreichen Fertigstellung, resümierte Valera, dass dieses letzte Projekt von Niemeyer in einer nie bekannten Präzision umgesetzt worden sei. Oder anders ausgedrückt „besonders phänomenal“, wie es in der Süddeutschen Zeitung betitelt wurde. 

Der Dank Valeras galt allen am Bau Beteiligten. Die Herausforderungen bei diesem Bauwerk würden vergeblich ihresgleichen suchen. Eine tragende Rolle spielte hierbei die Firma dechant hoch- und ingenieurbau gmbh. Neben der anspruchsvollen Sichtbetonausführung einer bislang noch nicht in Stahlbeton hergestellten Form, gelang es dem Unternehmen zudem einen weiß eingefärbten Beton herzustellen, der mit höchster Einheitlichkeit der Farbe begeistert. Als eine der heikelsten Aufgaben stellte sich das Einbringen und Verdichten des Betons heraus, schließlich musste dieser den Ansprüchen der höchsten Sichtbetonklasse SB4 gerecht werden, weiß Bauleiter Theo Zöller.

Bevor es überhaupt richtig losgehen konnte, galt es die Baustelle großzügig einzuhausen, inklusive einem verfahrbarem Wetterschutzdach – für all das, was noch kommen sollte. Im weiteren Verlauf galt es nicht nur komplexe Schalungsarbeiten zu bewältigen, sondern auch die Bewehrung rostfrei einzubringen (um Abfärbungen im Weißbeton zu vermeiden). Zöller verweist auf „schwierigste Vermessungsarbeiten“ für den Anschluss der Kugel an den Schaft (dem tragenden Bauteil der Kugel), sowie extrem aufwändige Konstruktionen für die Lastabtragung. Die rund 18-monatige Bauphase beschreibt er als die „mit Abstand größte Herausforderung“ seiner fast fünf Jahrzehnte andauernden Karriere am Bau. 

Über Kirow:

Die Kirow-Werke sind Weltmarktführer im Bau von Kranen für Eisenbahnschienen. Zum Repertoire zählen auch Hafenkrane und Schlacketransporter. Gemeinsam mit dem Schwesterunternehmen Heiterblick hat man sich darüber hinaus als führender Hersteller von Straßenbahnen etabliert. 

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