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„Vermutlich nur einmal im Leben“

Das Kugel-Café auf dem Gelände der Leipziger Kirow-Werke zählt zweifellos zu den spektakulärsten Architekturprojekten dieser Tage. Nicht nur, weil das Bauwerk nach Entwürfen des weltberühmten Architekten Oscar Niemeyer gefertigt wurde, sondern weil es beim Bau der „Niemeyer-Sphere“ noch nie dagewesene Herausforderungen zu bewältigen galt. Eine Skulptur aus weißem Beton, die an ein Backsteinensemble angesetzt wird und in die bis April 2019 eine zweistöckige Café-Lounge mit Platz für 50 Gäste einziehen soll.

 

Geschäftsführer Peter Dechant erläutert die Tücken des Projekts und zollt seinem Team den allergrößten Respekt.
„Färdsch“ steht auf den T-Shirts der Mannschaft, die stolz vor der großen weißen Betonkugel steht, die über ihnen fast zu schweben scheint. Das ist keine Szene aus einem Science-Fiction Film und „Färdsch“ ist auch nicht das Grußwort an die ankommenden Außerirdischen, sondern schlichtweg das Wort für „Fertig“ in sächsischer Landessprache. Die Mitarbeiter, die dieses T-Shirt tragen, sind stolz auf die Arbeit der vergangenen Monate – und das zurecht. Sie haben maßgeblich zu einem Architektur-Highlight beigetragen, das derzeit weit und breit seinesgleichen sucht.

Es war eine Bauaufgabe – so ungewöhnlich, dass man sie vermutlich nur einmal im Leben bekommt: Eine Stahlbetonkugel mit höchsten Anforderungen an die Außenoberfläche (Sichtbetonklasse SB 4) und einem Durchmesser von 16 Metern und dann auch noch in Weißbeton. Das komplette Bauwerk nicht am Boden stehend, sondern auskragend an einem roten Stahlbetonschaft in zirka acht Meter Höhe. So etwas hat keiner der Beteiligten jemals zuvor gebaut.

Möglich wurde diese einmalige Meisterleistung erst durch das Engagement von Bauherr Ludwig Koehne. Der Kirow-Geschäftsführer und Kunstliebhaber konnte Oscar Niemeyer, einen der größten Architekten des 20. Jahrhunderts, davon überzeugen, diesen futuristischen Entwurf für sein neues Betriebs-Café anzufertigen. Soweit zur Vorgeschichte.

Vor Ort in Leizpzig warteten fortan große Herausforderungen auf alle Beteiligten. Nach der Herstellung eines Erprobungsbauteils widmete sich das dechant-Team zunächst der akribischen Planung und Umsetzung der sehr aufwendigen Schalung. Um eine sichere und zuverlässige Ausführung der Schalarbeiten zu gewährleisten, hat man sogar eine provisorische Stahlbetondecke eingezogen.

Zur Sicherung der Qualität war es zudem nötig, die Baustelle komplett mit einem Zelt einzuhausen, auf dem wiederum ein Dach mit Schiebantrieb angebracht wurde. Nur so konnte man den Einsatz eines Hochbaukrans ermöglichen. Auch hinsichtlich der Betonherstellung musste ein außerordentlicher Aufwand betrieben werden. Demnach entwickelte man eigens für dieses Projekt einen weiß eingefärbten Beton, der anschließend fachmännisch in die 20 cm dünne Kugelschale eingebaut werden konnte, ohne dass Fehlstellen entstanden sind.

Das dechant-Team um Bauleiter Theo Zöller und Polier Jens Schinnerl – beide können auf eine lange Erfahrung mit Sichtbetonprojekten zurückblicken – betrat bei diesem Bauvorhaben aber oftmals auch Neuland. Von der Arbeitsrüstung bis zum Verlegen der gebogenen Bewehrung und einer bis dato nie erprobten Rütteltechnik galt es auf der Baustelle erhebliche Entwicklungsarbeit zu leisten. In Verbindung mit dem erfahrenen Team aus Facharbeitern und unserer Schalungsvorbereitung ist es gelungen, dieses Meisterwerk fertig zu stellen.

Voll des Lobes war dann auch der Bauherr Ludwig Koehne, als der Richtkranz symbolisch hochgezogen wurde. Er bedankte sich persönlich bei allen Bauleuten für die Durchführung dieser schwierigen Baumaßnahme.

Der Ausbau wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, es deutet sich jedoch bereits heute an, dass das Café, welches für jedermann zugänglich sein wird, bei der Bevölkerung auf ein großes Interesse stößt und demnach künftig bestens besucht sein dürfte.

Für unser Unternehmen ist die Fertigstellung unserer Arbeit ein weiterer Schritt zu Stärkung unseres Anspruchs als führendes Unternehmen im Bereich Sichtbeton in Deutschland.

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