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Architekturpreis für dechant-Projekt

Viel Zeit ist vergangen, seit so berühmte Persönlichkeiten wie Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe, Paul Klee oder Wassily Kandinsky in den Meisterhäusern in Dessau lebten. Und dennoch hat das Architekturensemble bis dato so gut wie nichts an Anziehungskraft eingebüßt. So reisen auch heute noch Fachleute und Architekturliebhaber aus der ganzen Welt nach Sachsen-Anhalt und nutzen die Chance zur Besichtigung des UNESCO-Weltkulturerbes. Vor Kurzem wurden die Neuen Meisterhäuser mit dem renommierten DAM-Preis für Architektur bedacht. Errichtet hat die Gebäude die Firma dechant hoch- und ingenieurbau aus Weismain.

 

 

Gelungene Rekonstruktion

Das Deutsche Architekturmuseum (DAM) kürte in diesem Jahr die Rekonstruktion der historischen Meisterhäuser zum Sieger des jährlich stattfindenden Architekturwettbewerbs. Federführend für den prestigeträchtigen Wiederaufbau der im 2. Weltkrieg zerstörten Gebäude war das Berliner Büro Bruno Fioretti Marquez. Für die neuinterpretierte Rekonstruktion der ehemaligen Direktorenvilla Gropius und der Doppelhaushälfte Moholy-Nagy kamen in Deutschland nur wenige Firmen in Betracht. Die Wahl fiel letztlich auf die Firma dechant, die zuvor schon für den Bau des hochkomplexen Satellitenkontrollzentrums Galileo ausgezeichnet wurde.

 

 

Höchste Baukunst

Die Meisterhäuser stellten für das dechant-Team laut Helmut Reh eine extreme Herausforderung dar. „Jeder Handgriff war ein Highlight“, fasst der Projektleiter die rund neunmonatige Bauphase zusammen. Das lag nicht zuletzt am Baustoff Leichtbeton. Aufgrund der geringeren Rohdichte sind die Sichtbetonflächen weitaus schwieriger herzustellen als mit gewöhnlichem Beton. „Wir mussten zahlreiche Kunstkniffe anwenden, um die exorbitanten Ansprüche gerade im Hinblick auf die Oberflächen zu erfüllen.“ Als Beispiel nannte Reh die bis zu sechs Meter hohen Fensterlaibungen, die sein Team trotz Arbeitsfugen ohne nennenswerte Abweichungen fertigstellen konnte. Im Grunde war „jedes Bauteil eine Spezialanfertigung“. Der argentinische Stararchitekt José Mario Gutierrez  Marquez sparte nicht mit Lob für das dechant-Team: „Das ist höchste Baukunst.“

 

Ausstellung begleitet Wettbewerb

Das Projekt steht nun im Mittelpunkt der Ausstellung "DAM-Preis für Architektur in Deutschland – Die 22 besten Bauten" von 30. Januar bis 8. Mai 2016 in Frankfurt/Main. Sie zeigt einen Querschnitt herausragender Bauten in und aus Deutschland. Bei der Eröffnungszeremonie können die Besucher aus aller Welt dann auch ein Stück der Baukunst der Firma dechant bewundern. Dann werden in einer Ausstellung einige Musterstücke des in Dessau verbauten „Dämmbetons“ zur Schau gestellt.
Wem die Anreise nach Frankfurt oder Dessau zu weit ist, sich aber dennoch ein Bild von den Neuen Meisterhäusern machen möchte, dem sei die neue Ausgabe des deutschen Architekturjahrbuchs 2015\16 nahe gelegt. Hierin finden sich detaillierte Erläuterungen zu den einzelnen Projekten.

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