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Baukunst trifft Schauspielkunst

Die Berliner Schauspielschule Ernst Busch zählt zu den renommiertesten Adressen in ganz Deutschland. Stars wie Matthias Schweighöfer, Corinna Harfouch oder Jan-Josef Liefers drückten hier die Schulbank. Auf der Baustelle des 33-Millionen-Euro-Projekts führt indes die Firma dechant Regie.

 Blick über die Dächer von Berlin auf die Baustelle an der Schauspielschule Ernst Busch

Problematische Vorgeschichte

Beim Bau der Hochschule für Schauspielkunst (HfS) Ernst Busch in Berlin zeichnet sich ein „Happy End“ ab. Dabei stand der Umzug von Deutschlands wohl berühmtester Schauspielschule lange Zeit unter keinem guten Stern. Bereits Ende der 90er-Jahre reifte in Berlin der Entschluss, die vier über die Stadt verteilten Ernst-Busch-Fakultäten an einem zentralen Standort zu bündeln. Es gingen dann sage und schreibe zehn Jahre ins Land, ehe sich die maßgeblichen Gremien tatsächlich zu diesem Schritt durchringen konnten. Allerdings scheiterten die Standortvorschläge des Landes Berlin allesamt krachend. Und es kam noch schlimmer: Im Jahr 2012 stoppte das Berliner Abgeordnetenhaus die Ausbaupläne aufgrund der zu erwartenden Budgetüberschreitung komplett und votierte stattdessen für die Sanierung der vier alten, zum Teil asbestbelasteten Standorte. Spätestens zu diesem Zeitpunkt geriet das Projekt endgültig in die bundesweiten Schlagzeilen. Dafür sorgten nicht zuletzt die aufsehenerregenden Protestaktionen der Schauspielstudenten – übrigens mit Unterstützung zahlreicher bekannter Schauspieler. Das Aufbegehren zeigte seinerzeit Wirkung, die Behörden ließen sich umstimmen und gaben schließlich grünes Licht für den Bau eines Zentralcampus. Doch die Probleme waren hiermit noch längst nicht behoben. So gestalteten sich die Abbrucharbeiten am neuen Standort in der Zinnowitzer Straße schwieriger als erwartet. Zu guter Letzt beantragte das mit den Rohbauarbeiten beauftragte Unternehmen im Oktober 2015 Insolvenz.

Unterstützung aus Weismain

Es war nicht zuletzt der hohen Expertise der Firma dechant zu verdanken, dass der Bauherr die Verantwortung für das komplexe Projekt an die Weismainer übertragen hat. Im Januar 2016 legte das dechant-Team schließlich in Berlin los, bereits am 23. Mai konnte Richtfest gefeiert werden. „Durch das Arbeiten im Bestand galt es zahlreiche logistische Schwierigkeiten zu lösen. Zudem mussten wir aufgrund der engen Terminabläufe an allen fünf Bauteilen gleichzeitig arbeiten, was wiederum einen hohen Personal- und Materialaufwand nach sich zog“, erläutert dechant-Bauleiter Theo Zöller. Die Fachkräfte der Firma dechant konnten die Baustelle trotz der kniffligen Umstände fristgerecht fertigstellen und lassen somit den für Sommer 2018 angesetzten Umzugstermin realistisch erscheinen. Ein „Happy End“ mit maßgeblicher Unterstützung aus Weismain.

Perfektes Zusammenspiel von Beton und Glas: Ein Blick ins Innere der ehemaligen Opernwerkstätten.

 


ECKDATEN:

·         Gesamtkosten:
          33,0 Millionen Euro

·         Fertigstellung:
          Sommer 2018

·         Leistungen Firma dechant:

Schalung, Bewehrung, Beton, Mauerwerk für Neubau Bühnenturm und    Theatercafé sowie neue Decken und Unterzüge.
- Lieferung und Montage von 122 Fertigteilen als umlaufender   Fassadensockel.

·         Verbautes Material:

-         Beton: ca. 2500 m³

-         Bewehrung: ca. 400 Tonnen

-         Fertigteile: ca. 250 Tonnen

-         Geschalte Fläche: ca. 12.650 m²

·         Besonderheiten:

1. Alle Sichtbetonklasse 2-Flächen (SB2) mit abgestimmtem  Fugen- und Konen-Bild.

2. Treppenhaus 5
a) Freitragenden Treppen und Brüstungen aus Ortbeton.
b) Lastabtragung der gesamten Treppenanlage über fünf Etagen.
c) Um keine Betonierfugen an den Wangenseiten der Treppen zu verursachen, wurden zuerst die Ortbetonbrüstungen geschalt und betoniert und die Treppenläufe und Podeste mit Rückbiegeanschlüssen nachgezogen.
d) Alle Flächen in SB2 mit abgestimmten Fugen- und Konen-Bild. Alle Ecken scharfkantig.

3. Neubau Bühnenturm
a) 10 Meter hohe Ortbetonwände und Decken
b) An der Außenwand freitragenden Regieräume
c) Aufwändige Traggerüste

 4. Arbeiten im Bestand
a) Einziehen von neuen Unterzügen und Decken.
b) Statisch erforderliche Ertüchtigungen an vorhandenen Stützen und Unterzügen.
c) Aufwendige Logistik und hoher Aufwand beim Quertransport in und aus dem Gebäude für benötigtes Material und Gerät.

5. Allgemein
Aufgrund der engen Terminabläufe musste an allen Bauteilen: Bühnenturm/Theatercafe /Annex/ Treppenhaus 5 / Bestand gleichzeitig und parallel gearbeitet werden (hoher Material-und Personalaufwand).

 

 

 

 

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