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Letzte Etappe am Münchener Strafjustizzentrum

Noch voraussichtlich bis zum Jahr 2023 werden sich die Arbeiten am größten staatlichen Bauprojekt Bayerns hinziehen. Das dechant-Bauteam hat unterdessen seine Mission am Strafjustizzentrum in München bald erfüllt. Der Endspurt wurde mit einer spannenden Aktion in luftiger Höhe eingeläutet.

Der Bau des neuen Strafjustizzentrums (SJZ) zählt zweifellos zu den wichtigsten Bauprojekten in der jüngeren Vergangenheit Münchens. Ein Bauvorhaben, das es laut dem ehemaligen Justizminister Winfried Bausback „seit 100 Jahren in Bayern nicht gegeben hat“. Der Firma dechant wurde die große Verantwortung für den Rohbau übertragen. Nun neigt sich unsere „Mission SJZ“ langsam dem Ende entgegen.

Blick in einen Teil des Innenhofs

Wer heute einen Blick auf das Areal am Leonrodplatz im Herzen der Landeshauptstadt wirft, dem erschließen sich die riesigen Dimensionen des größten Bauprojekts in der Geschichte der bayerischen Justiz. Auf knapp 40.000 Quadratmeter entsteht der neue, rund 400 Millionen Euro teure „Justizpalast“. Ab dem Jahr 2024 soll das SJZ Platz für 2.100 Mitarbeiter und Besucher schaffen. Der Neubau beherbergt künftig 54 Sitzungssäle – darunter auch einen der größten in ganz Deutschland.

Schwieriger, aber erfolgreicher Drahtseilakt

Das Bauteam der Firma dechant hat indes längst zum Endspurt angesetzt. Als einer der letzten aufsehenerregenden Aktionen stand die Demontage unserer beiden noch verbliebenen Turmdrehkrane an. Hierbei wurden insgesamt vier Autokrane eingesetzt. Einer davon, der LTM 1650-8.1 der Firma Liebherr, zählt zu den größten derzeit auf dem Markt befindlichen Autokrane. Die Leistungsdaten sind beeindruckend. Demnach trägt der LTM 1650 bis zu 700 Tonnen, weist eine maximale Hubhöhe von 151 Meter und eine Ausladung von bis zu 112 Meter auf. Es erklärt sich von selbst, dass dem dechant-Team in der Landeshauptstadt eine knifflige Aufgabe bevorstand, erst recht vor dem Hintergrund der beengten Verhältnisse vor Ort.

Abbauarbeiten in schwindelerregender Höhe

Um die Demontage bestmöglich durchführen zu können, erarbeiteten unsere Spezialisten eigens für den Abbau ein detailliertes Logistikkonzept: Vom Aufbau über die Lagerung bis hin zum Abtransport der Einzelteile. Bei der Demontage der beiden Hochbaukrane operierte man parallel von der Anita-Augsburg-Allee und vom Baufeld am Leonrodplatz aus. Mit Erfolg. Die „Mission Kranabbau“ konnte sicher und zügig über die Bühne gehen. Ein Dank an unser Team am SJZ.

Der Schwerkraft getrotzt dank der Power der Mobilbaukrane

Blick zurück auf die Arbeiten

Wenngleich noch einige Arbeiten am SJZ zu verrichten sind, so zieht dhib-Bauleiter Philipp Vazquez bereits jetzt ein kleines Fazit. Er verweist rückblickend vor allem auf die große logistische Herausforderung vor Ort. „Da die Baustelle lediglich von einer Seite angedient werden konnte, war es erforderlich, dass sämtliche Materialien (darunter rund 11.300 Tonnen Betonstahl und Unmengen an Schalungs- und Rüstungsmaterial) mithilfe der insgesamt sechs Hochbaukräne quer über die Baustelle transportiert werden.“ Knapp 60 Prozent der rund 64.000 Kubikmeter Beton wurden mittels Betonpumpe, Rohrleitungssystemen und hydraulischen Drehverteilern eingebaut.

Hervorzuheben sind natürlich auch die umfangreichen Sichtbeton- und Traggerüstarbeiten. Darunter Foyerwände, Unterzüge und Stützen mit einer Schalungsfläche von insgesamt rund 5.300 Quadratmeter der höchsten Sichtbetonklasse SB4. Die Sichtbetonarbeiten gestalteten sich aufgrund der hohen Bewehrungsdichte in den gleichzeitig recht schlanken Bauteilen sehr aufwändig. Doch das erfahrene dhib-Bauteam konnte einmal mehr seine Expertise unter Beweis stellen. Letztlich veranlasste die hervorragende Qualität der Sichtbetonwände Herrn Dr. Schachinger vom Deutschen Beton- und Bautechnik-Verein zu einem ganz besonderen Lob: „So etwas sieht man ganz selten.“

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