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Bald rollt der Verkehr auf der „Ewigen Brücke“

Es war eine knifflige Aufgabe, die auf alle Beteiligten bei der Sanierung der Lauensteiner Talbrücke wartete.  Die „Ewige Brücke“, wie sie im Volksmund genannt wird, ist für die Verkehrsinfrastruktur zwischen dem Frankenwald und dem Freistaat Thüringen von großer Bedeutung. Derzeit läuft der zweite Bauabschnitt am imposanten Natursteinbauwerk: die Sanierung der Brücke über die Bahngleise. Die Instandsetzung des 112 Meter langen Talbrückenbereichs konnte bereits im Jahr 2013 abgeschlossen werden. Damals wie heute lastete auf den beteiligten Firmen von Beginn an ein immenser Zeitdruck. Um die durch die Vollsperrung verursachten Verkehrsbehinderungen möglichst gering zu halten, galt es während der Bauphase vor allem zahlreiche logistische Herausforderungen zu meistern. Unter anderem konnten die Arbeiten im Gefährdungsbereich einer wichtigen Bahnlinie nur zwischen 23.30 Uhr und 5.00 Uhr morgens ausgeführt werden – zu dieser Zeit war auch die Bahnstrecke gesperrt.

Spektakuläre Nachtaktion in Lauenstein: Das dechant-Team dirigiert die tonnenschweren Fertigteile an die vorgegebene Position.

Millimeterarbeit mit 50-Tonnen-Bauteilen

Seit Mai dieses Jahres dauern nun die Instandsetzungsarbeiten am Ortsende von Lauenstein Richtung Ludwigsstadt an. Wenn alles glatt läuft, dann kann der Verkehr bereits ab Mitte November über die Talbrücke rollen – rund zwei Wochen früher als ursprünglich angepeilt. Laut Projektleiter Horst Moser vom Staatlichen Bauamt Bamberg sei dies ein großer Verdienst der beteiligten Firmen, allen voran der Firma dechant: "Die haben professionell gearbeitet". Spätestens seit dem kürzlich erfolgten Einbau der vier tonnenschweren Fertigteile hat sich die Anspannung bei allen Beteiligten gelegt. Die Montage der fast 50 Tonnen schweren Elemente, die von einer Spezialfirma aus Ingolstadt hergestellt und angeliefert wurden, verlief reibungslos. Hierbei wurden die Bauteile in Millimeterarbeit von einem  500-Tonnen-Kran in ihre Endposition manövriert. In den nächsten Wochen werden die vier Fertigteile mit einer Betondeckplatte versehen, im Anschluss wird der neue Überbau eingebracht bevor es an die finalen Asphaltierungsarbeiten geht. Bauleiter Herbert Popp von der Firma dechant bezeichnete den Teilabbruch der bestehenden Widerlager als eine der größten Herausforderungen beim Bauvorhaben in Lauenstein. Das enge Zeitfenster, das von der Bahn vorgegeben wurde, erschwerte die Lage zusätzlich. „Das Schlimmste ist überstanden. Wir können mehr als zufrieden mit unserer Arbeit sein“, so Popp weiter. 

 INFOS ZUR TALBRÜCKE LAUENSTEIN:

Im Volksmund nennt man sie „Ewige Brücke“, doch nur die wenigsten dürften wissen, was es damit auf sich hat. Der Name des Natursteinbauwerks liegt in der langen Bauzeit begründet. Die Bauarbeiten zur Errichtung der Talbrücke mit ihren fünf Mauerbögen sowie für die angrenzende Bahnbrücke verschlangen zunächst rund neun Jahre. Während des Zweiten Weltkriegs musste der Bau zwischen den Jahren 1938 und 1947 mehrfach unterbrochen werden. Die endgültige Fertigstellung der Talbrücke mit den Straßenanschlüssen erfolgte gar erst im Jahr 1966. Seitdem haben vor allem die Feuchtigkeit und der starke Verkehr dem Bauwerk zugesetzt: Eine Zählung ergab, dass täglich rund 2.400 Fahrzeuge die Brücke passieren. Der Neubau verschlingt nun etwa 1,7 Millionen Euro.

 

 

 

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