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Blick für das Thema Baugrund geschärft

Zum Tagesseminar über den Themenkomplex Baugrund konnte die Firma dechant zahlreiche Mitarbeiter in der Weismainer Stadthalle begrüßen. Den erfahrenen Dozenten gelang es eindrucksvoll, einen anschaulichen Überblick über die komplexen Sachverhalte zu geben.

Vor allem mit der Einführung der VOB/C 2015 im August 2015 sind die Anforderungen an die Beschreibung von Boden und Fels in physikalischer (Statik) und chemischer (Kontaminationen) Hinsicht immens gestiegen. Hintergrund ist der Wegfall der Bodenklassen 1 bis 7, welche den Zustand von Boden und Fels beim Lösen beschreiben und fortan von Homogenbereichen ersetzt werden, die wiederum den Zustand von Boden und Fels vor und nach dem Lösen darstellen. Geotechnische Berichte wie Baugrundgutachten gewinnen somit enorm an Bedeutung für Planung, Ausschreibung, Kalkulation, Ausführung sowie für Abrechnung von Baumaßnahmen allgemein.

Komplexes Thema anschaulich erläutert

Für das Seminar „Baugrund – der nicht bestellte Baustoff nach DIN 4020“, konnte die Firma dechant mit den beiden Bauingenieuren Christoph Matthäus und Andreas Thiele zwei erfahrene Referenten gewinnen, die das komplexe Thema sehr anschaulich und mit großem Bezug zur praktischen Arbeit aufgearbeitet haben. So erfuhren die Anwesenden, dass der Baugrund grundsätzlich ein Baustoff sei, der dem Auftraggeber gehört. Um ein fundiertes Angebot zu erstellen, müsse der Baugrund ausreichend beschrieben sein. Als Grundlage diene hierfür ein Baugrundgutachten nach DIN 4020, so Christoph Matthäus. Der erfahrene Sachverständige für Baugrunduntersuchungen erläuterte die wesentlichen Inhalte eines Baugrundgutachtens. Demnach sei der geotechnische Bericht vom Bieter auf Schlüssigkeit und Plausibilität zu prüfen. Daneben dürfe die Zwischenlagerung von Baugrubenaushub nur auf dem Grundstück des zu errichtenden Bauwerks erfolgen. Bei Nichtbeachtung würden dem Auftraggeber strafrechtliche Konsequenzen drohen. Matthäus thematisierte auch den Umgang mit kontaminierten Böden sowie mögliche Auswirkungen auf den Bauablauf.

Sein Kollege Andreas Thiele widmete sich im zweiten Seminarblock verstärkt den anhängigen DIN-Normen sowie den baubetrieblichen Auswirkungen nach VOB/A. Ebenso stand die VOB/C und ihre ausschreibungs- und vergütungswirksame Bedeutung im Fokus. Herr Thiele unterstützt Bauherrn und Gerichte bei der Auswertung von Nachträgen und hilft andererseits auch Auftragnehmern bei der Durchsetzung ihrer Interessen. Anhand von Praxisbeispielen verdeutlichte er, dass sich eine detaillierte Aufstellung der Forderungen gegenüber dem Auftraggeber nicht selten in bare Münze umwandeln lässt. Insgesamt bleibt festzuhalten, dass es den beiden Dozenten in überzeugender Manier gelang, den Seminarteilnehmern einen umfassenden Einblick in das vielschichtige Thema Baugrund zu gewähren.

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